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SAMPLING VERKEHRT

Jörg Niehage

Licht, Frankfurt am Main

2002

 

Versuchsanordung zur Umkehrung des Sampling-Prinzips

I ch sammle hier kurzerhand alles, was handlich und akkustisch verwertbar scheint. Ein bisschen Elektronikschrott, Sperrmüllradios, alter Plattenspieler, pneumatisch animierte Gummihandschuhe ... Diese zufällig ausgesuchten Fundstücke, werden über ein Interface von einem Rechner angesteuert. Sie werden zu Instrumenten. Es entsteht spontan ein makroskopischer Klangkörper, dem ich über digitale Impulse kurze Miniatur-Techno-Kompositionen aus sich rhythmisch verdichtendem Klicken, Zischen, Rauschen, Brummen, Knistern entlocken kann. Es ist die quasi-Umkehrung des Sampling-Prinzips: Nicht das Sampling, das dem akkustischen Alltag entliehene, digital codierte Geräusch dient als Material der Komposition. Vielmehr wird, umgekehrt, der digitale Code in klangliche Real-Ereignisse übersetzt.